Jana Schröder zum 4.Fachforum und den Zielen des Zentrums EiJP

3 Nov

Bild Jana SchroederUnsere Ziele sind: Jugendpolitik rückt die Herausforderungen und Bedürfnisse von Jugendlichen in den Fokus der gesellschaftlichen Debatte und schafft verbesserte Rahmenbedingungen für faire Chancen, für eine gelungene Ressourcenaufteilung von Zeiten und Räumen sowie für Perspektiven und Zuversicht.

Jana Schröder ist Leiterin des „Zentrums Eigenständige Jugendpolitik“. Das Zentrum EiJP wurde eingerichtet, um den gesellschaftlichen Dialogprozess über Jugendpolitik anzustoßen und auszugestalten. Es bündelt relevante Fragestellungen  und Ergebnisse verschiedenster Fachveranstaltungen und der Jugendbeteiligung. Darauf basierend entwickelt es Leitlinien für eine EiJP. Weitere Informationen hierzu auf www.allianz-fuer-jugend.de.

Im>P: Frau Schröder, wie zufrieden sind sie, als Gastgeberin, mit dem Verlauf des 4. Fachforums?

Die Rückmeldungen zu unserem Fachforum in Köln bestärken uns, die Idee einer Forenreihe in den Themenfeldern „Bildung“, „Partizipation“ und „Übergänge“ scheint aufzugehen. Besonders freue ich mich über die steigende Nachfrage und darüber, dass sich die „Jugendhilfeszene“ einlässt auf den Gesamtprozess, in den die Fachforen ja eingebettet sind. Diese Veranstaltungen und die daran gekoppelten Beteiligungsrunden von „Ichmache>Politik“ sind zwar nicht das einzige, aber doch ein zentrales Instrument bei der Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik in Deutschland. In Köln haben wir uns dem „Lern- und Lebensort Schule“ zugewandt. Dabei haben wir versucht, einen Perspektivwechsel anzuregen: Weg von der Schule als Institution, hin zur Schule als Ort, an dem Jugendliche einen Großteil ihres Alltags verbringen, an dem sie lernen und leben. Beim vierten Fachforum haben etwa 100 Fachleute intensiv zu folgenden Themen diskutiert: „Mitbestimmung in der Schule“, „Schule als attraktiver Lebensort“, „Lernen in der Schule“ und „Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung“. Inwieweit wir unser Ziel, Perspektiven zu formulieren und Schlussfolgerungen für die Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik zu ziehen, erreicht haben, kann man in Kürze in der Ergebnisübersicht auf www.allianz-fuer-jugend.de nachlesen.

Im>P: Gibt es eine Idee/Frage die aufgeworfen wurde, zu der Sie die Meinung der jungen Politikmacher_innen von Ichmache>Politik besonders interessieren würde?

Während des Fachforums wurden viele Ideen, Ansätze und Forderungen für die jugendgerechte Gestaltung von Schule gesammelt und erarbeitet. Dabei ging es durchweg darum, Schule zu öffnen, sie als einen Lern- und Lebensort in der Gesellschaft zu verankern. Die zentrale Perspektive dabei war die der gemeinsamen Verantwortung verschiedener Akteure. Eine offene Frage ist, ob sich Jugendliche in der Schule freie Räume zur Freizeitgestaltung wünschen, oder ob sie stattdessen lieber den Ort verlassen, um andere Räume in ihrer Freizeit aufzusuchen. Wir wüssten gerne mehr über die Wünsche und Vorstellungen von Jugendlichen zu jugendgerechten Angeboten in Ganztagsschulen. Zu fragen wäre beispielsweise, wie man dem Wunsch älterer Jugendlicher nach mehr Freizeit mit den Angeboten verbinden kann oder wie man ein Beteiligungssystem schafft, so dass die Schülerinnen und Schüler sich besser bei der Auswahl einbringen können.

Im>P: Worauf blicken sie kritisch zurück?

In Köln waren einfach zu wenige Menschen aus dem Bereich „Schule“ dabei! Trotz der Kooperation mit der Kultusministerkonferenz ist es ist uns nicht gelungen, genügend Schulleiterinnen und Schulleiter, Lehrerinnen und Lehrer, Vertreterinnen und Vertreter von Schulbehörden für unser Fachforum zu gewinnen. Das hat zu einer gewissen Einseitigkeit in den Diskussionen geführt und leider auch dazu, dass der aus meiner Sicht dringend notwendige, gegenseitig wertschätzende Umgang von Jugendhilfe und Schule nicht richtig sichtbar werden konnte.

Im>P: Welche Ziele hat sich das Zentrum Eigenständige Jugendpolitik für den Prozess gesetzt?

Unsere Ziele sind: Jugendpolitik rückt die Herausforderungen und Bedürfnisse von Jugendlichen in den Fokus der gesellschaftlichen Debatte und schafft verbesserte Rahmenbedingungen für faire Chancen, für eine gelungene Ressourcenaufteilung von Zeiten und Räumen sowie für Perspektiven und Zuversicht. Es geht uns außerdem darum, das Bild von Jugendlichen in Deutschland aufzuwerten. Die Gesellschaft soll die positiven Leistungen Jugendlicher ernsthaft anerkennen und ihnen die Unterstützung und Freiräume bieten, die sie für ihre Entwicklung zu eigenständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten brauchen.

Damit Jugendpolitik diesen Ansprüchen gerecht werden kann, müssen wir sie mit einem breiten Dialogprozess als eigenständiges Politikfeld beschreiben und etablieren. Den Kern dieses Dialogs bilden Themenschwerpunkte, die in den vierteljährlich stattfindenden Fachforen mit jeweils besonderem Fokus ausdifferenziert werden. Diese Themenschwerpunkte lauten: „Schule und außerschulische Lern- und Bildungsorte“, „Übergangsgestaltung von der Schule in den Arbeitsmarkt“ sowie „Beteiligungschancen und -anlässe im politischen und öffentlichen Raum“. Bei den Fachforen kommen – je nach Thema – Fachleute aus relevanten Bereichen (z. B. Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Schule und Kinder- und Jugendhilfe) zusammen, um gemeinsam Perspektiven zu formulieren und jugendpolitische Schlussfolgerungen zu ziehen. Dabei diskutieren sie nicht nur das jeweils besondere Thema, sondern sie finden sich auch zusammen unter dem Dach des Gesamtprozesses der Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik. Insofern sind die Fachforen ein ganz wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit und ihre Ergebnisse werden sowohl von Jugendlichen bewertet als auch in unsere nächsten Schritte einbezogen.

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